»Ich bin eine britische Staatsangehörige jüdischer Tradition, jüdischer Herkunft und bemühe mich, meine nie versagende und nie dahingegangene deutsche Loyalität noch zu bewahren, neben meiner britischen Loyalität, die von meinem ganzen Dank dafür, daß mir England eine Heimat gegeben hat, als Deutschland mir die Heimat zu nehmen begann, …« E. G. Reichmann (Interview 1981)
Die erste Eva Reichmann Memorial Lecture fand am vergangenen Donnerstagabend in der Wiener Holocaust Library statt – im Rahmen der Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen des Leo Baeck Institute.
Dr. Eva Reichmann war eine wegweisende Historikerin, deren Arbeit die Holocaust-Forschung und das Verständnis von Antisemitismus und Verfolgung unter dem NS-Regime nachhaltig geprägt hat. Von ihrer religiösen Erziehung bei Leo Baeck, der als Rabbiner in Oppeln tätig war, war sie tief beeindruckt.
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Auftaktveranstaltung in der Wiener Holocaust Library
Der Abend begann mit einleitenden Worten von Dr. Joseph Cronin (Direktor des LBI London) und Dr. Christine Schmidt, der stellvertretenden Direktorin der Wiener Holocaust Library. Beide betonten Reichmanns enge Verbindung zu ihren Institutionen sowie die zentrale Rolle dieser neuen Vortragsreihe.

Dr. Joseph Cronin © LBI London

Dr. Christine Schmidt © LBI London
Anschließend diskutierte ein hochkarätig besetztes Podium Reichmanns Werk in einer Roundtable-Diskussion. Daran beteiligt waren Christine Schmidt (Wiener Holocaust Library), Bea Lewkowicz (AJR Refugee Voices Testimony Archive) und Natalia Aleksiun (University of Florida). Sie sprachen über Reichmanns Bemühungen, Zeitzeugenberichte zu dokumentieren, über ihren Einfluss auf die Entwicklung der Holocaustforschung und über die Aktualität ihrer Arbeit in heutigen Debatten über Erinnerungskultur und Antisemitismus.
Dr. Joseph Cronin, Direktor des LBI London, sagte über den Abend:
»Die Vorlesung am vergangenen Donnerstag in der Wiener Holocaust Library war ein bedeutendes Ereignis, das Wissenschaftler*innen ebenso wie die Öffentlichkeit zusammenbrachte, um über Eva Reichmanns bleibendes Vermächtnis nachzudenken. Diese Zusammenarbeit zwischen zwei führenden Institutionen, ermöglicht durch die großzügige Unterstützung der Hans und Berthold Finkelstein Stiftung, unterstreicht die anhaltende Bedeutung sorgfältiger historischer Forschung und des Gedenkens.«

Die Veranstaltung wurde live über Zoom übertragen und aufgezeichnet, um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die Aufzeichnung kann hier aufgerufen werden.
Mit freundlicher Unterstützung
