Auftakt der 2. Staffel vom EXIL-Podcast in der Staatsbibliothek gestartet

Blick auf das Podium

Am 10. November war es endlich so weit, dass die deutsche Ausgabe der zweiten Staffel des erfolgreichen EXIL-Podcasts mit einer Auftaktveranstaltung im Otto-Braun-Saal der Staatsblitiohek Berlin gelaunched wurde.

»EXIL«, das ist eine Kooperation des Leo Baeck Institute New York | Berlin (LBI) und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), wird von Iris Berben gesprochen. Unter der Leitfrage „Wenn einem alles genommen wird – was dann?“ erzählt die Staffel die Lebensgeschichten deutsch-jüdischer Menschen, die während der NS-Zeit durch Verfolgung, Enteignung oder Emigration ins Exil gezwungen wurden. Jede Episode beleuchtet ein individuelles Schicksal, basierend auf Briefen, Tagebüchern, Interviews und Archivmaterial des Leo Baeck Instituts. Mehr Informationen und zur 1. Staffel finden sie ➚ hier.

Die Auftaktfolge widmet sich der Künstlerin Lily Renée (1921–2022), die 1939 aus Wien fliehen musste und in den USA als eine der wenigen erfolgreichen Comiczeichnerinnen der 1940er-Jahre bekannt wurde.

Eröffnende Worte fanden Dr. Miriam Bistrovic, Leiterin des Berliner Büros des LBI NY | Berlin, so wie Dr. Achim Bonte, Leiter der Staatsbibliothek als auch der Judaist Dr. Florian Zabransky, der für die Bundeszentrale für politische Bildung sprach.

Dr. Achim Bonte © Ticha Matting
Dr. Achim Bonte © Ticha Matting

Dr. Danielle Spera, Journalistin und ehemalige Leiterin des Jüdischen Museums in Wien, sprach in ihrer Rede über ihre Zeit mit der New Yorker Zeichnerin und Illustratorin Lily Renée, die – genau wie Spera – in Wien geboren wurde. Die traf sie in ihrer wie ein Wiener Salon eingerichtete Wohnung in der US-amerikanischen Hauptstadt und half dabei, ihr zur späten Anerkennung auch in Österreich zu kommen: Bundespräsident Alexander van der Bellen überreichte ihr im österreichischen Genralkonsulat das Goldene Ehrenzeichen. 2019 widmete das Jüdische Museum Wien ihr und zwei weiteren Künstler*innen die Ausstellung »Die drei mit dem Stift«. Danielle Spera konnte sie überzeugen, dafür in die österreichische Bundeshauptstadt zu reisen, wo sie dann auch ihr Buch »Red Is the Heart«, das durch das Jüdische Museum erstmals überhaupt veröffentlicht wurde. Lily Renée starb mit 101 Jahren.

Casdorff, Berben, Musall, Spera © Ticha Matting
Casdorff, Berben, Musall, Spera © Ticha Matting

Lily Renée war Protagonistin der ersten Folge des Podcasts. Moderator Stephan-Andreas Casdorff sprach mit Iris Berben, Prof. Dr. Frederek Musall und Dr. Danielle Spera im Anschluss über die Geschichte und die Möglichkeiten von Erinnerung an und Abbildung von jüdischer Kultur. Iris Berben sprach von ihren Erlebnissen als Teenagerin in Israel, welche sie dazu veranlassten, sich über Jahrzehnte für jüdische Themen einzusetzen. Auch deshalb wurde sie zum Host der Serie. Musall ist Experte für Comics und erzählte vom Jüdischen im Comic. Er ging dabei kenntnisreich auf die Anfänge und großen Namen der Geschichte der Superhelden ein.

Wir freuen uns, dass so viele ZuschauerInnen den Abend mit uns verbrachten und wünschen viel Freude und gute Unterhaltung mit der neuen Staffel Exil, die jetzt wöchentlich erscheint.

Blick auf das Podium
Blick auf das Podium im Otto-Braun-Saal Stephan-Andreas Casdorff (Moderation), Iris Berben, Prof. Dr. Frederek Musall (Professor für Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte), Danielle Spera (Journalistin)