50. Todestag Hannah Arendts

Hannah Arendt 1933 © Wikimedia.

Heute jährt sich der Todestag der Philosophin und politischen Theoretikerin Hannah Arendt (1906–1975), die in Hannover geboren und in Königsberg (heute Kaliningrad) sowie in Berlin aufgewachsen ist. Arendt, Mitbegründerin des Leo Baeck Instituts, ist bekannt für ihren tiefgreifenden Einfluss auf das politische Denken und ihr Engagement für die Bewahrung des jüdischen Kulturerbes.

Nach dem Studium der Philosophie, Theologie und Gräzistik an der Universität Marburg promovierte Arendt 1929 bei Karl Jaspers an der Universität Heidelberg über den Liebesbegriff im Werk des Augustinus. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 floh sie aus Deutschland und ließ sich in Paris nieder, wo sie für jüdische Flüchtlingsorganisationen arbeitete. 1941 gelang Arendt die Flucht in die Vereinigten Staaten, wo sie zu einer einflussreichen Schriftstellerin und Herausgeberin wurde.

Zu Arendts wissenschaftlichen Arbeiten gehören »Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft«, in dem sie die Wurzeln des Totalitarismus auf Antisemitismus und Imperialismus zurückführt, sowie »Eichmann in Jerusalem«, in dem sie das Konzept der »Banalität des Bösen« prägte. Neben ihren theoretischen Beiträgen spielte Arendt eine zentrale Rolle in den Nachkriegsbemühungen zur Wiedergewinnung und Restitution jüdischer Kulturgüter, die von den Nationalsozialisten geraubt worden waren, insbesondere durch ihre Leitung der Organisation Jewish Cultural Reconstruction, Inc.

Das Leo Baeck Institute wurde 1955 von deutsch-jüdischen Emigrantinnen und Emigranten gegründet, zu denen auch Hannah Arendt gehörte. Gemeinsam mit weiteren führenden Intellektuellen ihrer Zeit setzte sie sich dafür ein, das kulturelle Vermächtnis des durch den Holocaust nahezu ausgelöschten deutschsprachigen Judentums zu bewahren.

Die Gründer benannten das Institut nach dem Rabbiner Leo Baeck, dem letzten führenden Repräsentanten der jüdischen Gemeinden im Nationalsozialismus. Baeck wurde zum ersten Präsidenten des Instituts berufen, dessen Zentren gleichzeitig in New York, London und Jerusalem entstanden; nach seinem Tod 1956 folgte ihm der Jurist Siegfried Moses nach.

Hannah Arendt auf dem 1. Kulturkritikerkongress, 1958 © Sammlung Münchener Stadtmuseum
Hannah Arendt auf dem 1. Kulturkritikerkongress, 1958 © Sammlung Münchener Stadtmuseum

Weitere Informationen über Hannah Arendt finden Sie in ihrem Profil auf unserer Website »The Library of Lost Books«

Hannah Arendt 1933 © Wikimedia.
Hannah Arendt 1933 © Wikimedia.