Bei der feierlichen Gala zum 70-jährigen Bestehen des Leo Baeck Instituts im New Yorker Temple Emanu-El wurden zwei herausragende Stimmen des Journalismus mit der Leo-Baeck-Medaille geehrt: Kati Marton und Wolf Blitzer. Vor rund 250 Gästinnen und Gästen überreichten die Vizepräsident:innen des LBI NY | Berlin, Joan C. Lessing und David Detjen die höchste Auszeichnung des Instituts an zwei Persönlichkeiten, deren Arbeit für Integrität, Genauigkeit und Mut im Journalismus steht.
David G. Marwell, Präsident des LBI NY | Berlin, betonte in seiner Botschaft, die während der Verleihung verlesen wurde, die enge Verbindung zwischen dem Auftrag des Instituts – der Bewahrung historischer Wahrheit – und der Rolle einer freien Presse. Journalistinnen und Journalisten, so Marwell, trügen die Verantwortung, Fakten sorgfältig zu recherchieren und ohne Verzerrung oder Angst zu vermitteln. Durch ihre präzise Arbeit erweiterten Marton und Blitzer »unser Verständnis von Wahrheit und Verantwortung«.
Kati Marton warnte eindringlich vor aktuellen Gefährdungen der Pressefreiheit in den USA und Europa. Persönlich wurde sie, als sie über das Schicksal ihrer Eltern sprach – Journalist*innen, die im kommunistischen Ungarn als sogenannte »Volksfeinde« gebrandmarkt wurden – sowie über ihre Großeltern, die in Auschwitz ermordet wurden.
Wolf Blitzer erinnerte an die Geschichte seiner Familie, polnisch-jüdische Flüchtlinge, die nach dem Krieg in Augsburg lebten. Besonders bewegend war sein Verweis auf die Worte seines Vaters David Blitzer, der in einem Zeitzeugeninterview zum Holocaust festhielt, dass der journalistische Erfolg seines Sohnes – etwa die Berichterstattung über die Wahl Barack Obamas 2008 – seine »größte Rache an Hitler« gewesen sei.

Die Gala machte deutlich, wie unverzichtbar unabhängiger Journalismus für Demokratie und Erinnerungskultur bleibt. Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Seite des Leo Baeck Institute New York | Berlin.