Wir möchten Sie gerne auf folgende Online-Veranstaltung zum Thema Staatenlosigkeit und Visionen von Zugehörigkeit hinweisen. Staatsbürgerschaft ist in Einwanderungsgesellschaften die Garantie für gleichberechtigte Teilhabe, soziale Rechte und politische Mitbestimmung – zugleich ist sie Voraussetzung für menschenrechtlichen Schutz. Was bedeutet es also, staatenlos zu sein? Wie wurde und wird Staatenlosigkeit noch immer zu einem Massenphänomen und welche lebensweltlichen Konsequenzen hat dies? Miriam Rürup erörtert im Gespräch mit Dinah Riesen, wie das „Recht, Rechte zu haben“ jenseits nationalstaatlicher Zugehörigkeit juristisch und gesellschaftlich reflektiert werden kann. Die Gewährung staatsbürgerschaftlicher Rechte ist ein immer wieder aufs Neue politisch umkämpftes Feld. In diesem Gespräch soll der Zusammenhang von Citizenship und Menschenrechten in historischer wie utopischer Perspektive, mit Blick auf Möglichkeiten der Erweiterung und der politischen Solidarität diskutiert werden.
Prof. Dr. Miriam Rürup ist Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien und Vorsitzende der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo-Baeck-Instituts. Derzeit forscht sie zum Umgang der Vereinten Nationen mit Staatenlosigkeit sowie Ideen universeller Zugehörigkeit nach beiden Weltkriegen und deren Rückwirkungen auf die nationalstaatliche Politik in West-Deutschland. In dieser Ausgabe der Digital Lecture Series erörtert sie, wie das „Recht, Rechte zu haben“ jenseits nationalstaatlicher Zugehörigkeit juristisch und gesellschaftlich reflektiert wird.
Dinah Riese leitet das Inlandsressort der taz. Davor war sie dort Redakteurin für Migration und Integration. Für ihre Recherche und Berichterstattung zum sogenannten Werbeverbot für Abtreibungen, Paragraf 219a StGB, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Ihr Interview mit Überlebenden des Anschlags in Halle war für den Reporter:innenpreis nominiert. Im März 2022 erschien von Gesine Agena, Patricia Hecht und ihr das Buch Selbstbestimmt. Für reproduktive Rechte im Verlag Klaus Wagenbach.
