Eine Geschichte von Flucht und Schweigen

v.l.n.r.: Uwe Becker, Charlie Scheidt, Kat Rohrer. Foto: Ticha Matting

Auf ihrer Lesereise durch Europa machten Kat Rohrer und Charlie Scheidt, Mitglied im Vorstand des LBI NY | Berlin, auch für zwei Termine in Berlin Station, um die gemeinsam verfasste Familiengeschichte des ehemaligen Lebensmittelfabrikanten Scheidt vorzustellen.

Nach einem Termin in London und einem auf der Frankfurter Buchmesse zog es Filmemacherin Kat Rohrer und Charlie Scheidt am Abend des 12. Oktober in die gemütliche Atmosphäre des von Lutz Vössing mitgeführten Antiquariat Hennwack in Berlin-Steglitz, wo sie vor gespanntem Publikum und geleitet von der Moderatorin Ticha Matting einen Abriss derjenigen Geschichte gaben, die sie in über 15 Jahren gemeinsamer Arbeit rekonstruierten.

Alles begann mit dem »Fund« von etwa 1000 privaten Briefen nach dem Tod der Mutter Scheidts. Charlie bat die Österreicherin Kat, die er kurz zuvor bei einem Filmdreh in New York kennengelernt hatte, um Hilfe, die Briefe zu entziffern und anzuordnen, was sich als eine langjährige, äußerst mühsame, aber auch für sie sehr spannende Aufgabe herausstellen sollte. In ihrem Vortrag schilderten die beiden die Schwierigkeiten der gemeinsamen Arbeit an der komplexen Fluchtgeschichte der verschiedenen Akteure der Familie. Besonders emotional wurde es, als Scheidt erzählte, wie seine Reisen auf den Spuren seiner Familie die eigene Vergangenheit lebendig werden ließen und ihr lebenslanges Schweigen verständlich machten.

v.l.n.r.: Matting, Scheidt, Gästin Hennwack. Foto: Lutz Vössing
v.l.n.r.: Matting, Scheidt, Gästin Hennwack. Foto: Lutz Vössing
Lesebühne im Antiquariat Hennwack
Lesebühne im Antiquariat Hennwack. Foto: Lutz Vössing

Am Folgetag, den 13. Oktober, stellten sie das Buch in der Hessischen Landesvertretung in Kooperation mit dem Leo Baeck Institut New York | Berlin und dem Österreichischen Kulturforum Berlin vor.
Den Auftakt bildeten eine mahnende Rede von Uwe Becker, dem hessischen Antisemitismusbeauftragten, sowie ein Grußwort Dr. Miriam Bistrovic, die über die Bedeutung des Leo Baeck Instituts als Archiv und Institution zur Aufarbeitung deutschsprachiger jüdischer Geschichte sprach. Das Gespräch moderierte Sharon Adler.

v.l.n.r.: Dr. Miriam Bistrovic, Charlie Scheidt, Sharon Adler, Uwe Becker, Markus Krah. Foto: Ticha Matting.
v.l.n.r.: Uwe Becker, Charlie Scheidt, Kat Rohrer. Foto: Ticha Matting