Anlässlich des 70-jährigen Bestehens des Leo Baeck Institute haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Jahr 2025 in einer monatlichen Vortragsreihe auf sieben Jahrzehnte deutsch-jüdischer Historiografie zurückgeblickt. Alle Vorträge dieser Reihe sind inzwischen online abrufbar.
Ausgangspunkt der Reihe ist die Beobachtung, dass jede Historikergeneration neue Zugänge zur Vergangenheit entwickelt. Nach einer langen Konzentration auf politische Ereignisse und führende Persönlichkeiten hat sich der Fokus zunehmend erweitert: hin zu Mikrogeschichte, zu Alltags- und Erfahrungsgeschichten, zur Rolle von Frauen und Kindern, zu Minderheiten sowie zu Narrativen von Brüchen, Konflikten und Scheitern. Die Reihe zeichnet diese Entwicklungen nach und fragt, wie sich die Historiografie zentraler Themen der deutsch-jüdischen Geschichte im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
Vorträge der Reihe (alle online verfügbar):
3. Dezember: Deborah Hertz – Gender
21. Mai: Philipp Nielsen – Politik
11. Juni: Magda Teter – Frühe Neuzeit
30. Juli: Leora Batnitzky – Religion in der deutsch-jüdischen Geschichte
10. September: Tobias Brinkmann – Migration
22. Oktober: Jonathan R. Zatlin – Wirtschaft
12. November: Marsha Rozenblit – Österreich