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Judaism and Gender

Datum und Uhrzeit:

2. Juni | 18:15 20:30 CEST

Veranstaltungsort

Goethe Universität Frankfurt

Veranstalter

LBI Jerusalem

Judaism and Gender

Neue jährliche Vorlesung von Buber-Rosenzweig-Institut, Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung und Leo Baeck Institute Jerusalem

FRANKFURT. Es gibt ein neues Vorlesungsformat an der Goethe-Universität: Die Bertha-Pappenheim-Lecture wird sich von nun an einmal im Jahr mit dem Themenkomplex ‚Judaism and Gender‘ befassen. Gemeinsam vom Buber-Rosenzweig-Instituts der Goethe-Universität, dem Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung der Goethe-Universität und dem Leo Baeck Institute Jerusalem ins Leben gerufen, fokussiert die Vorlesung auf die Bedeutsamkeit der Geschlechterforschung für die Interpretation der jüdischen Geschichte. Den Auftakt der neuen Reihe macht ein Vortrag von Prof. Elizabeth Loentz (University of Illinois, Chicago), die

am Dienstag, 2. Juni, 18:15 Uhr
im Casinogebäude, Raum 1.801, Campus Westend

über „Affect and Emotion in Bertha Pappenheim’s Activism“ sprechen wird (in englischer Sprache).

„Die Bertha-Pappenheim Lecture soll die Historiographie zur modernen jüdischen Geschichte mit der interdisziplinären Geschlechterforschung an der Goethe-Universität vernetzen. Nun haben wir zusammen mit der Buber-Rosenzweig-Vorlesung zur jüdischen Geistesgeschichte und der Josef-Horovitz-Lecture zu interreligiösen Dynamiken drei unterschiedliche Vorlesungsformate“, sagt Prof. Christian Wiese, Direktor des Buber-Rosenzweig-Instituts und einer der Initiatoren. „Bertha Pappenheim hat den Kampf gegen Antisemitismus, Klassismus und Sexismus, ihre jüdische Identität und ihr feministisches Engagement nie getrennt voneinander gedacht. Die Bertha-Pappenheim-Lecture steht für eine solche Perspektive: Judentum und Geschlecht aus einer intersektionalen Perspektive zusammendenken“, so Dr. Johanna Leinius, wissenschaftliche Geschäftsführerin des Cornelia Goethe Centrums.

Die Vorlesung erinnert an eine bedeutende Gestalt der jüdischen Geschichte Frankfurts und an die Rolle Frankfurts als Ort jüdischer Wohltätigkeitarbeit für junge Frauen: Bertha Pappenheim (1859-1936) war Feministin und Frauenrechtlerin; sie hat den Jüdischen Frauenbund (1904) mitbegründet sowie das Mädchenwohnheim Neu-Isenburg (1907) ins Leben gerufen.

Elizabeth Loentz ist außerordentliche Professorin und stellvertretende Direktorin der School of Literatures, Cultural Studies and Linguistics an der University of Illinois, Chicago. Sie forscht zur deutsch-jüdischen Literatur und Kultur vom späten 19. bis zum 21. Jahrhundert, zum Jiddischen in Deutschland, zu Transnationalität und Migration in der Literatur sowie zur ersten deutschen Frauenbewegung. Ausgehend von Bertha Pappenheims Wut angesichts der Ungerechtigkeit in der Gesellschaft thematisiert sie die Rolle von Emotionen für die Wirksamkeit von Aktivismus, oder wie Pappenheim selbst sagt: „Grollender Zorn erfüllt mich! Ich will ihn behalten, er soll in mir brennen – solange das besteht, was ihn zu Recht erregt.“ Loentz spricht auch über das, was es Pappenheim gekostet hat, diese Wut insbesondere als jüdische Frau auch zu artikulieren.

Finanziert wird die künftig jährlich stattfindende Veranstaltung durch die beteiligten Partnerinstitutionen sowie in Kooperation mit dem Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam und der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts (WAG). Organisatorinnen und Organisatoren in Frankfurt sind der Judaist und Religionswissenschaftler Prof. Christian Wiese sowie die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Bettina Kleiner, die Anglistin Prof. Heidi Lucja Liedtke, die Germanistin Prof. Dr. Frederike Middelhoff und die Politikwissenschaftlerin Dr. Johanna Leinius (Cornelia Goethe Centrum).
Die diesjährige Veranstaltung ist Teil der bundesweiten Aktionswoche „Wissenschaft gegen Faschismus – Verantwortung der Wissenschaft in Zeiten faschistischer Gefahr“, die vom 1.-7. Juni stattfinden wird.

Eine Anmeldung ist nicht notwendig.